Datensicherheit auf Reisen

5 Tipps für die digitale Sicherheit

Eines vorweg, sicher sollte nicht nur dein Gepäck sein. Gerne wird ein essenzieller Teil vernachlässigt, die Datensicherheit. Sei es dein Notebook, dein Smartphone oder dein E-Book Reader – sobald ein Hotspot, eine ungesicherte Bluetooth Verbindung, ein USB-Port im Hotelzimmer oder selbst eine vermeintlich sichere Wi-Fi Verbindung vorhanden ist, ist Vorsicht geboten. Vor allem dann, wenn es sich um sehr sensible Daten wie Bank- oder Login Zugänge handelt.

Jeder kennt die Erzählungen von gehackten Accounts, geleerten Bankkonten und geklauten Identitäten. Doch mal Hand aufs Herz, wer hat sich bisher damit beschäftigt und entsprechende Schutzmaßnahmen für deine digitale Sicherheit eingeleitet? Willst du auf Weltreise gehen, dann ist genau JETZT der richtige Zeitpunkt. Wir haben also keine Kosten und Mühen gescheut, um für dich die Top 5 Maßnahmen aufzulisten, damit auf deiner Reise keine digitalen Pannen passieren können.
Nebenbei findest du unsere Tool Empfehlungen, die wir bereits aktiv nutzen und dir für eine optimale digitale Sicherheit wärmstens ans Herz legen können.

Inhaltsverzeichnis

Kapitel 1 – VPN (Virtual Private Network)

Solltest du zum ersten Mal den Begriff VPN lesen, so tue dir einen Gefallen und nutze nicht die Wikipedia Beschreibung. Diese hilft dir so viel wie ein Honigglas bei einem Bärenangriff. Eine sehr schöne und verständliche Beschreibung findest du hier.

Wichtig ist zu wissen, dass du mit einem VPN eine sichere Verbindung mit dem Internet aufbaust. Die Verschlüsselung ist in der Regel so stark, dass weder Regie.rungen, Hacker noch Spione Zugriff erlangen können. Du kannst also ganz beruhigt Bankgeschäfte durchführen, dich in Social Media Plattformen einloggen, E-Mails schreiben und sogar auf Streaming Dienste zugreifen, die in deinem Reiseland womöglich blockiert sind. Der VPN ist essentiell für die digitale Sicherheit auf Reisen.

Die Vorteile sind schnell genannt:

  • Verschlüsselte Datenverbindung wodurch ein anonymisiertes browsen möglich ist

  • Webseiten und Streaming Anbieter entsperren

  • IP-Adresse verbergen

  • Geld sparen

VPN Anbieter gibt es inzwischen wie Sand am Meer, von kostenlosen bis hin zu sehr kostspieligen Anbietern mit allerlei Schnickschnack ist alles vertreten. Bist du auf der Suche nach einem VPN-Anbieter, solltest du auf 4 Punkte besonders achten:

Viele VPN Anbieter, vor allem kostenlose, bieten eine sehr schlechte Performance. Die Seiten laden langsam oder überhaupt nicht, Video Streams brauchst du gar nicht erst starten und die Fehlermeldung eines Timeouts wird dein neuer Standard Screen im Browser. Schaue daher online nach VPN-Vergleiche, in der Regel ist die Geschwindigkeit ein Aspekt der in jedem Test überprüft wird. Der Test von CHIP war für uns sehr hilfreich.

Das Kernstück und der eigentliche Sinn eines VPNs. Auch hier gibt es Unterschiede. Idealerweise sollte die Verbindung mit dem OpenVPN Protokoll stattfinden. Sobald dein Anbieter dieses Protokoll als Standard definiert hat, kannst du den Punkt beruhigt abhaken.

In der Regel kannst du bei einem Anbieter aus einer Vielzahl an VPN-Servern auf der ganzen Welt auswählen. Das hat vor allem den Vorteil, dass Latenzen reduziert oder Ländersperren umgangen werden können.  Schaue daher nach einem Anbieter, der dir mehrere VPN-Server auf jedem Kontinent anbietet, so bist du auf der sicheren Seite.

Die Software dient dazu, dich zu verifizieren und dich mit einem VPN Server zu verbinden. Hier gibt es massive Unterschiede. Achte darauf, dass der Anbieter seine Software für alle Plattformen anbietet (Mac, Windows, Linux, Android, iOS). Hilfreich sind zudem Plugins für deinen Browser wie Chrome, Firefox und Safari.

Spare Geld mit Hilfe eines VPN’s

Mit Hilfe eines VPNs kannst du auf deiner Reise ordentlich Geld sparen. Die meisten Onlineshops und Buchungsportale passen ihre Preise anhand deiner Herkunft an. Die Herkunft kann eine Website unter anderem sehr einfach durch deine IP-Adresse ermitteln. Surfst du mit einer deutschen IP-Adresse, wirst du entsprechend angepasste Europareisen erhalten. Verbindest du dich zum Beispiel mit einem indischen VPN, surfst du mit einer indischen IP-Adresse. Dadurch bekommst du günstigere Preise in der Landeswährung angezeigt. Mit diesem Trick konnten wir bereits zu Beginn unserer Reise 15% beim Flugticket sparen und die 3 Jahre VPN Kosten waren schon wieder drin. :)

Nicht nur das du für deine digitale Sicherheit auf Reisen sorgst, du sparst damit auch noch Geld!

Bitte beachte natürlich, dass je nach Bank entsprechende Gebühren für Fremdwährungen entstehen können. Wenn du wissen möchtest, welche Kreditkarte sich auf Reisen am besten eignet, dann schaue doch mal hier vorbei die besten Reisekreditkarten.

Unser klarer Sieger – NordVPN

Nach langer Suche und vielen Tests von Trail Versionen sind wir bei NordVPN hängen geblieben. Die Geschwindigkeit ist Top, OpenVPN als Protokoll ist standardmäßig eingestellt, es befindet sich auf jedem Kontinent eine Vielzahl an VPN-Server und die Software ist sehr einfach zu bedienen und auf allen Geräten verfügbar. NordVPN liefert bereits sehr viele Hilfestellungen und Dokumentationen zur Konfiguration eines VPNs basierend auf den zur Verfügung gestellten Servern. Zudem ist der Preis bei einem 3-jährigen Abo unschlagbar. Wir haben mit Steuern kapp 110€ bezahlt, was mehr als fair ist!

Von kostenlosen VPN Anbietern können wir nur abraten. Serverstandorte, Verschlüsselung und Geschwindigkeiten sind häufig unzureichend, zudem kommen unlautere Geschäftspraktiken dazu. Das Sammeln von Daten oder das Beobachten deiner Online Aktivitäten sind nur zwei Beispiele. Auch die kostenlosen Anbieter müssen die Serverkosten irgendwie stemmen, entsprechend häufig flattern dir Werbungen im Browser entgegen oder Spam Mails in dein Postfach. 

Kapitel 2 – Password safe manager

hallo1 oder qwertz sind keine sinnvollen Passwörter

Ja ja, das leidige Thema Passwörter. Auch wir haben über Jahre hinweg ein Passwort für zig verschiedene Seiten verwendet – shame on us. Irgendwann hat es jedoch “klick” gemacht und wir sind auf sichere und individuelle Passwörter pro Login umgestiegen. Dafür haben wir eine Zeichenfolge mit mehr als 20 Zeichen gewählt um eine digitale Sicherheit gewährleisten zu können. Jetzt stellst du dir sicher die Frage, wie wir uns das alles merken können oder wo wir die Passwörter niedergeschrieben haben.

Fact 1:

Ein weit verbreiteter Irrtum besteht darin, dass die Komplexität bestehend aus Buchstaben, Zahlen und Sonderzeichen eine vollständige digitale Sicherheit liefert. Entscheidend ist jedoch die Länge – auch 6 Zeichen, bestehend aus allem was die Tastatur hergibt, können heute in kürzester Zeit geknackt werden.

Wenn du nach “Passwort-Manager” googelst, wirst du eine Vielzahl an Anbieter finden, die sich auf das Speichern und Verwalten von Passwörtern spezialisiert haben – in den meisten Fällen handelt es sich um Cloud Dienste. Außerdem gibt es Programme, mit denen du lokal deine Passwörter verwalten kannst. Neben der Speicherung sollte dir ein guter Password Manager auch sichere Passwörter vorschlagen, wenn du dich auf einer Seite neu registrieren möchtest.

Fact 2:

Ein einziges sicheres Passwort schützt dich nicht. Wird eine Plattform gehackt, so zum Beispiel Yahoo im Jahre 2013 mit über 3 Milliarden Accounts, können auch deine Login Daten in fremde Hände geraten. Verwendest du nun das Passwort und deine Yahoo E-Mail Adresse auch für andere Web-Dienste, können die Hacker sich problemlos einloggen und auch diese Accounts übernehmen. Wenn du sehen möchtest, welche deiner Mail Adressen in der Vergangenheit gehackt wurden, dann schaue auf haveibeenpwned vorbei.

Passwort manager lokal

Es gibt inzwischen eine Vielzahl an Programmen auf dem Markt, die eine lokale Speicherung und Verschlüsselung deiner Login Daten wie Benutzername und Passwort ermöglichen. Das bekannteste Programm, welches wir vor unserer Reise verwendet haben, ist KeePass. Der Ablageort deiner Passwörter befindet sich auf der Festplatte. Damit im Falle eines Hacks deine Passwörter gesichert sind, wird der Bereich deiner Festplatte verschlüsselt. Wichtig ist dabei, regelmäßig ein backup dieses Bereichs durch zu führen und das Masterpasswort nicht zu vergessen.

Die Bedienung von KeePass ist zwar recht umständlich, dafür kannst damit wirklich alles anstellen. Das Programm ist kostenlos, du kannst es auf der Homepage von KeePass herunterladen.

Vorteile:

  • Maximale Sicherheit durch lokale Speicherung und Verschlüsselung

  • Keine Internetverbindung notwendig

  • Kostenlos (ohne Einschränkungen)

Nachteile:

  • Erhöhte Verlustgefahr bei fehlendem Backup aufgrund Diebstahl oder Defekt

  • Eingeschränkte Kompatibilität zu Browsern und Webapplikationen

  • Bedienung von KeePass gewöhnungsbedürftig

Password manager als Cloud Dienst

Wie so vieles kannst du den Service inzwischen auch mit Hilfe von Dienstleistern über eine Cloud abwickeln, in welcher die ebenso die Speicherung deiner Passwörter statt findet. Mit Browser Plugins kannst du die Passwörter im Login Fenster hinzufügen und dich ohne Probleme jederzeit einloggen. Selbes gilt für die Vorschläge Generierung eines sicheren Passworts. Hier stechen vor allem 3 Dienstleister hervor, LastPass, 1Password und SecureSafe.

LastPass und 1Password sind kostenpflichtig, SecureSafe bietet eine kostenlose, dafür aber eingeschränkte Variante an.

Vorteile:

  • Optimale Integration in Browser und Webapplikationen

  • Sicherheit vor Datenverlust

Nachteile:

  • Passwörter werden extern gespeichert

  • Aktiver Internetverbindung für den Aufruf von Passwörtern erforderlich

Unsere Entscheidung

Wir setzen auf SecureSafe. Ein Schweizer Anbieter, welcher in seinen Geschäftsbedingungen Serverstandorte in der Schweiz verspricht. So kannst du dir sicher sein, dass deine Passwörter unter strengen Datenschutzverordnungen stehen. Du kannst SecureSafe kostenlos mit bis zu 50 gespeicherten Passwörtern nutzen, was für uns absolut ausreichend ist.

Kapitel 3 – Updates sind deine Freunde

Kurz gesagt, schaut einfach regelmäßig danach, dass die Auto Update Funktion der Software auf dem Laptop aktiviert ist und diese auch regelmäßig durchgeführt werden. Selbes gilt für dein Smartphone, unabhängig davon, ob du ein Android- oder iOS-User bist. Viren und Schwachstellen wird es immer geben, das Risiko davon betroffen zu sein kann nur reduziert werden, indem schnellstmöglich die Updates installiert werden. Wichtig sind vor allem dein Betriebssystem, Browser, E-Mail, Antiviren-Programme und deine Online Banking Anwendungen.

Verzichtet auf separate Update Tools. In der Regel sind das nur RAM-Fresser im Hintergrund. Die Softwarehersteller bieten Updates für Ihr Produkt noch immer am schnellsten an, der Zwischenschritt kostet nur Zeit und Nerven.

Kapitel 4 – Backups, die andere Form von Sicherheit

Der Verlust von Daten auf dem Notebook oder Smartphone ist für uns inzwischen schlimmer als der Verlust der Geldbörse. Inzwischen ist das halbe Leben und viele Erinnerungen wie Fotos, Videos, Telefonkontakte oder Whatsapp Textverläufe gespeichert. Alles Informationen und Daten, die sich zum Teil lokal auf der Festplatte oder in einer Cloud befinden. Umso wichtiger ist es für all diese Daten regelmäßig ein Backup zu erzeugen und dieses an einem sicheren Ort  zu sichern. Für eine digitale Sicherheit auf Reisen ist daher nicht nur das geschützte surfen im Internet relevant, sondern auch die richtige Datensicherung. Doch was ist ein Backup überhaupt, wie erstellen wir diese und wo werden die ganzen Daten gespeichert?

Was ist ein Backup?

Ein Backup ist eine Sicherungskopie deiner Daten wie Fotos, Videos, Dokumente, Emails aber auch Programmeinstellungen. Das Backup dient dazu bei einem Diebstahl oder einem Defekt deine Daten nicht zu verlieren. Da sich diese Faktoren durch die Weltreise erhöhen, sollte die regelmäßige Durchführung eines Backups daher Pflicht sein.

Backup erstellen

Wir führen in regelmäßigen Abständen automatisiert ein System Backup unserer Windows Version sowie unserer Smartphones durch und synchronisieren unsere wichtigen Daten wie Dokumente, Fotos und Videos regelmäßig mit einer Cloud. 

System Backup
  • Wir nutzen die Backup Funktion von Windows 10. Hierfür haben wir uns ein Script geschrieben, welches mit Hilfe des wbAdmin Befehls in kürzester Zeit eine System Image erzeugt. Dieses Skript führen wir einfach regelmäßig aus, sobald wir uns an einem ruhigen Plätzchen wie zum Beispiel im Hotel befinden. Dieses Backup reicht vollkommen aus um bei einem Hardware Schäden oder Softwareproblemen eine Wiederherstellung durchzuführen. Eine Anleitung wie du das ohne Script durchführen kannst findest du bei heise.

Smartphone Backup
  • Sehr simpel, in den Einstellungen kannst du ein Backup automatisch durchführen lassen und es sogar direkt in die iCloud synchronisieren. Liza wird immer mal wieder daran erinnern, dass diese Funktion regelmäßig genutzt werde sollte.

  • Für Android ist es etwas komplizierter. Es gibt zwar von Android die Möglichkeit, ein Backup automatisch an zu legen und dieses mit iDrive zu synchronisieren, leider werden aber nicht alle Apps für diese Backup Funktion unterstützt. Willst du also auch all deine Fotos, Videos und Apps sichern, musst du weitere Tools zur Sicherung verwenden. Empfehlen können wir die App Helium. Damit können der Großteil der Daten auch ohne Root Rechte auf deinem Android gesichert werden.

Digitale Sicherheit auf Reisen ist nicht schwer, sondern lediglich Fleißarbeit!
Um dir das ganze nochmal zu visualisieren, haben wir dir hier eine Checkliste gebastelt!

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